11 Comments

    • christian says:

      9. August 2022 at 14:46

      Lieber Barnim,

      vielen Dank. Ja, die Mustererkennung der Explosionen: Ich habe wohl alle 6 Horoskope angeschaut und auch die Solare.
      Ich glaube, es gibt zwischen diesen Explosionen kein Muster, sondern nur einen gemeinsamen Auslöser in dieser mundanen Konstellation.

      Muster gibt es mehr in Bezügen der Horoskope an sich, z. B. den Explosionen im Grunewald und dem letzten großen Bombenangriff auf Berlin am 18.3.1945. Da kommen wir auf Alter von 77,38 Jahren. Wenn wir das auf die jetzige Explosion im 49er Rhythmus anwenden, stehen wir exakt bei Mars-Uranus. Und dann könnten wir auf Sinnfragen kommen.
      Solche Betrachtungen gehen aber vielleicht über den Rahmen dieses Blogs hinaus… Danke für den Hinweis.

      Liebe Grüße

  1. Monika says:

    9. August 2022 at 12:13

    Von Monika Maria:

    anregend und inspirierend empfinde ich deinen Blog.
    Ich könnte denselben Eingangssatz schreiben, den ich als Antwort auf deinen „Granitplattenblog“ schrieb. Danke.
    Bereichernd für mich als Musikerin sind deine astrologischen Ausführungen zu den Musikstücken sowie deine Worte, die du zu Musikempfindungen findest. Sie gehen mit mir in Resonanz und geben meinen inneren Bildern Stimme einer ähnlichen und gleichen Empfindung.
    Man wird „aufgewirbelt“, es ist so, als würde das „Alte“ rausgeschleudert, um dann durch das Schwindelgefühl neu ausgerichtet zu werden.
    In meinem Kopf rattert es, es erklingen beinahe gleichzeitig verschiedene Musikstücke und Lieder und die accelerandi lassen mich gar nicht so recht auf dem Stuhl sitzen bleiben. Ich möchte gerade am liebsten dirigieren, um dem inneren Pulsieren Ausdruck zu verleihen.
    Ja, es pulsiert, es bebt, es lebt bei jedem accelerando. Schneller werden erhöht die Frequenz, veräußert Kraft, drückt aus.
    Für mich bedeutet accelerando eine Entladungserwartung mit der Frage. „Was wird als Verheißung in den Raum gezaubert?“ im Musikalischen oder „Was kommt zur Explosion“? mit dem Blick auf die Konstellation Mars/Uranus.
    So mag ein accelerando wie eine Konstellation interpretationsweit bleiben, unterschiedlich und insofern subjektiv empfunden werden. Gerade gibt es die Synchronizität im Erleben. Das Pulsieren lässt sich kaum leugnen, die Ereignisse reichen sich die Hand im Äther, um aufmerksam zu machen auf das , was gesehen werden will.
    Spannungserzeugend, hektisch mit dramatischen Zügen, inneres Beben – dein Vergleich zwischen Musik und Konstellation ist gut.

    Ein ex-und intrinsisches Wechselspiel wird zum Umkehrpunkt zwischen zwei Parámetern.
    Ist der Umkehrpunkt die Explosion?

    So steht in dieser Zeit die große Frage im Raum, die sich im accelerando gleichermaßen wiederspiegelt wie in der Konstellation:

    „Was wird bezweckt – gibt es ein Ziel“ großes Fragezeichen.

    Entstehungsmögliche Offenheit in fragezeichennährenden Neologismen á la carte.

    Wir wissen es alle nicht. So wie ein accelerando für den einen als ein Vorantreiben, als etwas Bedrohliches erlebt wird, so mag in der Gleichzeitigkeit des Erlebens durch ein zunehmendes Bewusstsein für andere auch Leichtigkeit erkennbar sein. Ich stieß vor etwa einem halben Jahr, als ich das Chorkonzert“ von Schnittke aufrufen wollte, auf seine Schauspielmusik, die „Gogol-Suite“. Es mag nämlich auch ein accelerando einer freudigen Leichtigkeit mitschwingen, die von einer „Neuen Welt“ träumen lässt, in ihrer Zartheit des Entstehens an die Energie des Bedrohlichen nicht herankommend. Banalität darf einem in der göttlichen Ordnung sich befindenden Freiheitsgefühl weichen.
    Frei und facettenübergreifend wie in Schuberts „Erlkönig“, wo Bedrohung und Angst in der 5. Strophe zu einer Melodie werden, welche Schubert gleichzeitig in „alla breve“ Noten singen lässt – beweglich, spielerisch – einem Tanzstück ähnelnd. Es blitzen verschiedene Farben auf, welche ein Ganzes ergeben.
    Sehen wir den Verlauf der vergangenen Jahre: Emotionen aller couleur lassen ein Übergeordnetes erkennen und den Tod des Ego erhoffen.

    Es überlappen sich die Parámeter in allen Farben durch Uranus. Er strahlt Freiheit aus im Interpretieren, er lässt sich nicht „greifen“, ist zentrifugal – als Gefühl sich verlierend, Halt suchend – so wie es das accelerando in der Kadenz im 1. Cellokonzert von Schostakowitsch vermittelt – außerhalb von Zeit und Raum, wie aus der Ellipse gefallen, zentrumsverlierend – auch im Sinne von „barcolando“, wie der Italiener sagt.
    Torkeln wir? Nicht unbedingt, wenn wir in die eigene Mitte atmen.

    So mag diese Zeitqualität alles beinhalten: das Flehende und Beschwörende, so wie der 1. Teil der „Psalmensymphonie“ flehend und beschwörend auf mich wirkt, wie ein einziges crescendo und accelerando, mit ostinaten Achtelbewegungen, die wie eine tickende Zeitbombe anmuten.
    Das spürbare „accelerando“ begann schon viel früher, schleichend. Es erinnert mich an „Helix“, das 9 minütige accelerando des Finnen Salonen, das einen nicht wirklich mitnimmt, vielmehr an die auf einer anderen Ebene wirkenden Symptome erinnert. Es verlief auf subtiler Ebene und war der Anfang, der sich nun kräftig „aufwirbelt“ und Richtung gibt.

    Wir erleben gerade ein „Schöpfungsschauspiel“ mit einem Regisseur, der alle Parámeter erklingen lässt, dessen Pläne sich in Raum und Zeit entfalten und der uns die Summe aller Teile einer Dualität und Polarität als urknallmäßige Aufsplittung im „Sein“ bewusst werden lässt. Bewusstwerden dessen, was sich vereinen darf bis hin zur Auflösung im reinen Sein., wo wir alles sind.
    So mögen wir im „Auge des Tornados“ sitzen und bei jeder schnellen „Drehung“ das innere Auge wie Balletttänzer auf einen Zielpunkt ausrichten und den von dir genannten speed genießen.
    Die steigende Schwingungsfrequenz lichtet die Dichte und lässt uns das „zwischen dem Gehörten“, „zwischen dem Pulsieren“, „zwischen dem speed“ im Sein neu bewusst werden.

    Sich verlierend – nach einem inneren Metrum suchend, bleibt die eine Möglichkeit, nämlich der Versuch, den Fokus zu halten.
    Möge dieser Fokus den Grundtenor der „Ode an die Freude“ aus Beethovens Neunter beinhalten, wo im Chor in göttlich anmutender Brillanz der Stimmen der Satz erklingt: „Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen“.

    Monika Maria

    • christian says:

      9. August 2022 at 19:40

      Schöner Kommentar, liebe Monika. Ja, wir sollten einmal die Klaviatur musikalischer Stilmittel auf Astrologisch übersetzen. Da kommt wohl bei jedem ritardando ein Saturn ins Spiel und bei einem decrescendo vielleicht ein Mond-Neptun…

      Aber so allgemein kann man es meistens nicht sagen, weil jedes Stilmittel im Einzelfall anders angewendet wird, wie wir es hier im accelerando ja schon sehen, dass es mal banal, mal bedrohlich oder freudig sein kann, was wohl je eine andere Konstellation wäre; oder das Schnellerwerden drückt eine Spannung aus wie in einem Hitchcockfilm, im Sinne von „was passiert gleich“ „gleich passierts“, gleich eskalierts“, was wie Du sagst manchmal wohl auch glücklich sein kann. Bei Schnittke kommt es mir polemisch vor. Schnittke kommt mir oft polemisch oder albern vor. Es gibt ein Stück von Nick Cave, wo aus der Gogolsuite zitiert wird – ich glaube sogar im „Himmel über Berlin“ kommt das vor, sollte man mal einen Horoskopvergleich machen. Aber wie banal wird ein Schnellerwerden, wenn es die Mataebene nicht erreicht? Sinken wir an solchen Stellen nicht auf ein Schunkel-Schlagerniveau herab?

      Schönes Beispiel, die Psalmensinfonie im ersten Satz ist so, als würde das Orchester schneller spielen und in einem anderen Rhythmus als der Chor und ihn damit antreiben oder jagen.

      Worin besteht für Dich die Synchronizität des Erlebens?
      Was will aus Deiner Sicht mit den Ereignissen dieser Tage gesehen werden?

      Wie wir ein Schnellerwerden erleben, mag subjektiv sein. Jedoch in dieser Konstellation hat es ein wenig eine Färbung, die doch dramatisch wirkt. Man kann hoffen, dass sie sich „nur“ in Explosionen entlädt/ entladen hat.

      Dass Du den Erlkönig nennst – das ist maximale Dramatik. Ich denke an die Aufnahme mit Jessie Norman, wo sie sich wie eine Wahnsinnige gebiert (https://www.youtube.com/watch?v=8noeFpdfWcQ) Interessant finde ich dabei, dass ich diese Aufnahme jetzt als Kitsch oder übertriebenen Pathos wahrnehme, was mich noch vor wenigen Jahren beeindruckte. Es ist auch ein Element der neuen Zeit, dass wir nüchterner geworden sind; in den Granitplattenbeitrag nenne ich es „kristallines Bewusstsein“. Ist das ein Phänomen, dass sich zu dem von Dir genannten Tod des Ego zuordnen lässt?

      Alla breve – ich denke an Rachmaninovs Finalsatz im 3. Klavierkonzert. Der galoppiert im Blütenregen davon (Uranus-Venus. Als Rachmaninov es 1909 komponierte lief Uranus durch sein 7. Haus und im Trigon zu seiner Venus in 11).
      Aber beim Erlkönig in der 5. Strophe ist das alla breve die Verführung des Todes, seuselnd, flüsternd, ein Pluto-Mond mit etwas Venus, ein Tod-und-das-Kind-Thema. Schubert war zarte 18 Jahre alt, als er das Lied komponierte. Er lief über seinen Mond in Haus 10, während Pluto über selbigen Mond transitierte.

      „Wir torkeln nicht, wenn wir durch die Mitte atmen“ – schöner Satz.

      Das Helixstück von Salonen kannte ich noch nicht. Es ist ja eher elefantisch stampfend. Wenn der sein Tempo beschleunigt, wird gleich eine ganze Herde draus.

      Deine Zeilen klingen sehr freudig inspiriert. „Die Sterne treiben uns verwirrt entgegen“ sagt Lucy in Nosferatu, als alle an der Pest sterben und die übrigen jeden Tag feiern, weil sie noch leben. Auch wir tanzen auf dem Vulkan. Diese Dreierkonjunktion ist ein Zeichen der Zeit dafür.

      Vielen Dank, liebe Grüße

  2. Andreas Altwasser says:

    10. August 2022 at 10:58

    Vorweg, Christian, du hast dich in diesem Artikel selbst übertroffen und mich sehr, sehr beeindruckt. Im „positivsten“ Sinne. Du hast Spuren in mir hinterlassen. Mir fehlen erst einmal die richtigen Worte. Nach meinem Empfinden, hast du dich so ausgepresst, wie eine Zitrone, die sicherlich Säure enthält, dennoch ist ja gerade diese Säure einer Zitrone basisch, sie schadet uns nicht, im Gegenteil, das Vitamin C erhält ja unsere Lebensstruktur, sie will uns schützen. Du bist in diesem Artikel so außergewöhnlich, das haut mich fast um. Ich freue mich so sehr, dass ich dir begegnet bin. Wir sind Brüder im Geiste, nur ich, könnte es nicht so wortgewaltig ausdrücken wie du.

    Sehr schön und aufschlussreich fand ich die beiden Videos von den Konzert-Ausschnitten. Das entsprechende Klangerlebnis ist sehr hilfreich zum Verständnis, was du mit deinen Worten zum Ausdruck gebracht hast. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings auch, es wäre besser, wenn du die Verlinkten stellen besser oder deutlicher sichtbar machen würdest. Vielleicht übersehen manche Leser diese. Werde mir den Stoff nochmal anschauen. Es gibt beim mehrmaligen lesen mehr Details zu entdecken, worüber man nachsinnen kann.

    • christian says:

      10. August 2022 at 11:13

      Danke, lieber Andreas, die Verlinkungen sind leider vom Programmtechnischen so undeutlich angelegt. Wenn ich sie färbte oder unterstriche, würde das vielleicht das Textbild stören. Liebe Grüße

  3. christian says:

    10. August 2022 at 11:01

    Bernd:
    Mich interessiert die Geschichte von Byzanz um 1078. In der Zeit erfolgte die faktische Trennung der Kirche Roms von Konstantinopel.
    Liebe Grüße

    • christian says:

      10. August 2022 at 11:05

      Die Kirchenspaltung war noch frisch, ja. Das morgenländische Schisma war 1054. Bei meiner kurzen Anmerkung über Byzanz meinte ich den erfolglosen Kaiser Nikephorus III. der auch nur 3 Jahre regierte,bevor er abgesetzt wurde. Er ruinierte das Land aus meiner Sicht wegen des Grolls auf seinen Vorgänger, den er gestürzt hatte. Er brannte dessen errichtete Getreidehäuser nieder und führte einen selbstvernichtenden Krieg, um Pläne von Thronerben des Vorgängers zu verhindern.

    • christian says:

      10. August 2022 at 11:17

      Tolle Frage, die mich auf etwas aufmerksam macht: Also normalerweise würde man auf die Frage des tiefhängenden Mondes astronomisch antworten und würde vom heutigen Perigäum (10.8.) sprechen, also der größten Erdnähe des Mondes, der tatsächlich heute für das ganze Jahr 2022 diese kürzeste Distanz zu uns hat, und das auch noch wenige Tage vor Vollmond. Das ist ein besonderer Mond.
      Astrologisch bringen wir für Schwere lieber den Pluto ins Spiel, dessen Konjunktion sich annähert, aber schon in diesen Tagen relevant ist und sich weiter steigert, indem Uranus auf Mond-Pluto steht und die Sonne jetzt ein Quadrat dazu macht (applikativ). Da wird die Sehnsucht übermächtig wie ein Wolfsheulen, aber in Nervosität, Aufgeregtheit und Kurzschlussempfinden. Venus-Pluto als Übergriffsübertragung mischt sich dazu, auch vom Sonnenstand. Das sind besondere Tage, besonders heute. Es ist ein Sonne-Uranus (mit beinahe T-Quadrat mit Saturn), die auf Venus-Pluto und Mond-Pluto stehen, während eines Perigäums und Mond-Pluto-Konjunktion. Unglaublich! Hätte ich eine Tochter – ich würde sie heute Abend nicht alleine durch den Wald gehen lassen. Ab 19:41 kann man die Stimmung imaginieren, zunächst in der Düsternis, ab 19:46 in der Stimmung selbst bis vielleicht 19:50 Uhr. Venus-Mond kommt hinzu. Man kann es erleben.

    • Bernd says:

      12. August 2022 at 11:00

      Bernd: Tief hängernder Mond: das hängt sehr wahrscheinlich mit zwei Faktoren zusammen: der Vollmond der Sommermonate steht in den Winterstrernbildern, hat somit eine flache Bahn über dem Horizont: Hinzu kommen kann die Abweichung von der Ekliptik, die beim Mond bis zu 9 Grad (?) betragen kann. In diesem Fall „hängt“ er wirklich sehr tief, was im Momment der Fall sein könnte.

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