Wir sind unabhängig, wenn wir uns nicht mit Vorgegebenem identifizieren.
Wir sind das, womit wir uns beschäftigen. Manche lesen jeden Tag die Zeitung oder schauen Nachrichten und leben darin wie Serienjunkies und werden identisch mit Politpuppentheater und Berichterstattung über das vermeintliche Weltgeschehen. Manche denken jeden Tag an ihre Vergangenheit oder schauen die nachbarschaftliche Umgebung an. Und wieder andere sind mit Gott oder sich selbst verbunden und leben in der eigenen Kraft.
Ich werde nicht mehr über Politik schreiben. Es ist läppisch und ein Irrweg. Das einzig Wichtige ist das eigene Empfinden, schrieb ich bei 0° Grad Krebs zum Mittsommertag (morgens um 6, nachdem ich um 4:40 Uhr auf dem Berg war und
diesen Sonnenaufgang sah, den Sonnenaufgang des Jahres, den Beginn des längsten Tages und astrologischen Sommerquartals. Das ist ein Fest, eins der ältesten Feste der Menschheit, das Unheil abwenden soll und Fruchtbarkeit bringt.
Uranus in 12 hält eine Veränderung unter Deck und lässt sie zunächst auch nicht in die Welt (H.v. 12 in 12).
Jeden Tag beginnt ein neues Jahr. Jeden Moment beginnt ein neues Jahr. Immer gibt es den Zeitpunkt „Jetzt“; und immer ist ein Moment ganz einzigartig; und da war dieses „Jetzt“ lang, so lang wie der längste Tag im Jahr, dem Tag der Sonne. Sie ging auf wie ein Eigelb in einer blauen Pfanne, die erst heiß werden musste, ein Treiben auf der Welt, das beginnen will. Wir sind, was wir fühlen, denken, sprechen und handeln. Doch zuerst ist das Fühlen, und daraus ergibt sich das Sein.
Was für ein Rausch, vor Sonnenaufgang auf dem Berg zu sitzen und das Geschehen des Erwachens im Herzen aufgehen zu lassen. Man ist der erste, man ist dabei. Man läuft dem Tag nicht hinterher.
Und während ich das schreibe, soll es keine performative Selbstverwirklichung der Generation Y oder Z sein, die alles auf ihrem Handy fotografieren und der großen Welt präsentieren, um eine Illusion des Daseins zu haben, weil sie glauben, wenn es andere sehen, haben sie ihre Existenz bewiesen und sind da.
Durch Fühlen und Denken, ist man noch nicht im Sein. Im Zeigen, Darstellen oder Aufnehmen ist man gleichfalls nicht im Sein. Nur im Innehalten von all dem und dabei In-sich-Ruhen ist man im Sein. Das ist das Thema des Krebses, des Mondes, des Innehaltens.
Nietzsche hat diese Stelle ausgelassen, als er im Zarathustra davon sprach, die Asche zu Berge zu tragen und danach das Feuer zu Tal zu bringen. Der Prozess auf dem Berg ist der Prozess des Innehaltens, des Empfindens, des In-Sich-Findens. Und daraus entstehen die Feuerräder, die man zu Tal rollt, vielleicht zum Julfest, am 21. Dezember, der Wintersonnenwende. Und jetzt, beim Mitsommerfest ist man in der Selbstentfaltung von innen her. Im Atemprozess ist es das Innehalten, die Atemwende.
Inzwischen ist etwas Zeit vergangen. Uranus ist vorgestern in den Zwilling gelaufen (rechts). Man sieht, dass es spekta
kulär ist, vor allem für Mitteleuropa. Bedingungen verändern die Bestimmung. Es wird Umbrüche geben, besonders in Deutschland; das wird noch einmal mit Saturn-Neptun am 20.2.26 bestätigt, wo wiederum Uranus am MC steht (siehe unten).
Saturn-Neptun sind in diesen Wochen ganz dicht beieinander und hauchen sich an, aber berühren sich nicht. Eine Verfolgungsjagd in Zeitlupe. Dank Ephemeriden kennen wir den Ausgang.
Ein von Pluto ziemlich verdorbener Saturn, ein plutokratischer Saturn der alten Zeit (ich berichtete im Frühjahr 2020 von der Begegnung, die uns alle und die Welt grundlegend veränderte), lief zunächst dem Neptun hinterher und tut es immer noch. Neptun lief in den Widder und sagte: „Neuanfang“ (30.3.25) und schwemmte das Alte fort und löste sich hinein als Zorn des Poseidon (Zitat Döbereiner). Saturn folgte ihm in den Widder (25.5.25) und wusste nicht so recht „Ich bin Vertreter des Alten und dazu durch meine letzten Kontakte mit dem Herrn der Unterwelt ziemlich dem Machtwahn verfallen; was will ich hier im Neuland, im Neuanfang? die neue Ordnung als alten Plan einer neuen Weltordnung?“ Neptun drehte sich um (4.7.25) und wendet sich ihm,Kronos, zu.
„Ich werde Dich auflösen und all das Verkrustete und Verdorbene reinwaschen“. Er nähert sich ihm bis auf 14 Bogenminuten. Doch da
nn – Saturn nimmt Reißaus (13.7.25, siehe rechts der Zeitpunkt der größten Annäherung der beiden und Saturns Umkehr) und wird seinerseits gleichfalls rückläufig. Wir nennen das in der Astrologie „Refraenation“. Das ist eine entscheidende Konstellation, die viel über das Kommende aussagt.
So geht es – Katz und Maus – zurück ins Ungewisse, in den Fisch (2.9.25).
Das beschreibt ungefähr unsere jetzige Lage: Im Kampf des Guten gegen das Böse, des Befreienden und Selbstbestimmten gegen das Autokratische, Despotische und Zerstörerische gibt es immer neue Schlichen, Eskalationen, Ankündigungen, Verunsicherungen und Winkelzüge – und doch kaum eine echte Konfrontation der Polarititäten. Jeder Einzelne erlebt den Kampf des Guten gegen das Böse in sich selbst und in der Welt. Manchmal sind wir dumpf und lassen uns ablenken und damit fremdbesetzen, und manchmal sind wir wach, bei uns und unabhängig. Hier steht Pluto am DC und hält uns die Pistole vor die Brust. All das sind Ausdrücke eines fuchtelnden fliehenden Saturn vor dem Neptun.
Neptun ist der Stärkere, im Fisch und auch im Widder und weil er vorher dem Saturn entkam und nun Saturn verfolgt in seinem Domizil. Saturn ist geschwächt, durch seine Refraenation (arab. almenen) gebremst und gezügelt, aber wie wir sehen gefährlich wie ein verletzter Hund, der um sich beißt.
Die Refraenation besagt, dass ein Versprechen nicht gehalten wird, ein Vertrag nicht zustande kommt, ein Ziel nicht erreicht wird. Es bedeutet, dass gewisse Autokraten nicht zum Ziel kommen. Sie werden verhindert. Wir sehen hier rechts das 7. Solar der Abweisung: Es geht um eine Darstellung, ein Exzempel (Pluto in 3), womit etwas Befreiendes in die Bedeutung entlassen wird, eine Anschauung als Plan (Sonne). Mars Quadrat Pluto, der ihn beherrscht, eleviert, eine verzwickte hochgespannte Lage. Sie blockieren sich gegenseitig. Mond ist auch noch im Spiel und wird geknebelt und traktiert (im T-Quadrat). Uranus lässt los, aus Schwäche; denn er steht auf Mond-Neptun. Gibt die expansive Sonne von woanders her frei. Kriegstrommeln kann man in diesem Horoskop hören.
Saturn wird sich am Ende der Verfolgungsjagd Neptun stellen, am 20. Februar 2026.
Das wird die eigentliche Konfrontation, welche die Zeit verändert. Sie treffen sich am Grenzstein zu 0° Widder. Der eine will die neue Weltordnung, die eine alte Vorstellung ist. Der andere wird sie auflösen, um zu einer echten neuen Zeit zu führen. Neptun wird nach alter Regel im Widder die Oberhand über Saturn haben. Er steht in Pulsation über Saturn, einer Prügelung. Damit wird er nicht gleich ein goldenes Zeitalter einleiten, sondern vielleicht konkrete Zersetzungen, aber vor allem perfide alte Pläne auflösen und einen Umbruch als etwas Neues bestimmend werden lassen (Uranus am MC).
Bis dahin wird es hin und her gehen. Es sind die Geburtswehen der neuen Zeit. Sicherheit kann man in diesen Turbulenzen und Wanken nur in sich selbst finden.
Letztlich braucht man sich angesichts dieser Entwicklung keine Sorgen machen. Alle genannten Daten sind Weichenstellungen im Äther, wahrscheinlich keine Ereignisdaten.
Die Saturn-Neptun-Zeit ist eine Zeit der Reinigung. In diesen Monaten können und sollten wir aufräumen und bereinigen, zum Beispiel indem wir weiterhin feststellen und aufdecken, was vielleicht schon seit unserer Kindheit mit uns und der Welt nicht stimmte und was heute als Lüge ganz offensichtlich ist, damit es sich auflösen kann und sich danach – vielleicht ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026* – langsam neue Strukturen bilden, die unsere Werte, Prioritäten, Gesundheit, Ernährung, Bildung, Erziehung, Gemeinschaftsgeist, Ethik, Kleidung, Umgangsformen, Würde des Menschen, unseren Glauben und die Wissenschaft betreffen.
Ab dann (nach Frühling 2026) ist es nicht mehr unmöglich, keinen Neuanfang zu haben. Wann aber die wirklich konstruktive Zeit beginnt, muss noch untersucht werden. Im Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Saturn und Neptun, die auch hin und wieder (je nach Defluxion) ihre Rollen tauschen, was bedeutet, dass Neptun nicht immer für das Gute steht, Saturn nicht für das Böse, befinden wir uns unter der Abrissbirne des Alten. Wenn sich Saturn der Kontamination des Pluto entledigt hat und Neptun beruhigt, haben beide und auch wir diese Dualität überwunden.


12. Juli 2025 at 17:08
sehr gute Zusammenfassung, dankeschön. Mit Lucifer auf dem AC Opp. Pluto und Orcus auf dem MC-Herrscher Mars Opp. Kaali zur größten Nähe am 13.07. dürfte es noch ein Ritt durch Extreme werden, aber nur so kommt es eben breit ans Licht
12. Juli 2025 at 19:03
Hallo Werner,
Danke für Anteilnahme und Deine Hinweise.
Lucifer auf dem AC mit opp. Pluto sagt uns, dass es besonders in Berlin zu bösen Entscheidungen führen kann. Und Orcus mit Mars (Agni und Narrenschiff sind auch dabei), eine geballte destruktive Brandladung… zumal eine prometheische Anmaßung hinzukommen mag (selbiger auf Sat-Nep)…. Das möchte man ja nicht weiterdenken….
Da schau ich lieber auf das Sonnenaufgangsbild und versuche an schönere Dinge zu denken…
Liebe Grüße